MRT-Arten im Überblick — welche Typen gibt es?
MRT (oder Kernspintomographie) ist nicht gleich MRT: Je nach Bauform, Feldstärke und Einsatzgebiet unterscheiden sich die Geräte teils erheblich. Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten MRT-Typen, ihre Vor- und Nachteile — und für wen sich welche Variante eignet.
Die wichtigsten MRT-Typen
Grob unterscheidet man nach der Bauform — geschlossen, offen oder Weittunnel — und nach der Feldstärke in Tesla. Springen Sie direkt zum passenden Typ.
Geschlossenes MRT
Der klassische Tunnel: höchste Feldstärke und beste Bildqualität für nahezu alle Fragestellungen.
Offenes MRT
Weite, seitlich offene Bauform - angenehm bei Platzangst und für sehr kräftige Personen.
Weittunnel-MRT
Kurze, breite Röhre als Kompromiss: hohe Feldstärke bei mehr Platz und weniger Enge.
Upright-MRT
Untersuchung im Sitzen oder Stehen, zeigt Wirbelsäule und Gelenke unter natürlicher Belastung.
Extremitäten-MRT
Kompaktes Klein-MRT nur für Arme und Beine - der übrige Körper bleibt frei, ganz ohne Röhre.
Intraoperatives MRT (iMRT)
Fest im OP integriert - liefert Bilder noch während der Operation, vor allem in der Neurochirurgie.
Feldstärke: 1,5 & 3 Tesla
Wie stark das Magnetfeld ist, beeinflusst Detail und Tempo. Was Tesla-Werte bedeuten.
Wie funktioniert ein MRT grundsätzlich?
Die Magnetresonanztomographie (MRT), auch Kernspintomographie genannt, ist eines der wichtigsten bildgebenden Verfahren in der modernen Medizin. Sie arbeitet ohne Röntgenstrahlung und liefert detailreiche Schnittbilder von Organen, Gelenken, Muskeln, Nerven und Gefäßen.
Dabei nutzt ein MRT ein starkes Magnetfeld und Radiowellen, um die Wasserstoffatome im Körper anzuregen. Aus den zurückgesendeten Signalen berechnet der Computer hochauflösende Bilder. Entscheidend für die Bildqualität ist unter anderem die Feldstärke, gemessen in Tesla (T). Je höher die Feldstärke, desto detaillierter sind in der Regel die Aufnahmen — allerdings spielen auch die Bauform und der jeweilige Einsatzzweck eine wichtige Rolle.
Geschlossenes MRT(klassisches Tunnel-MRT)
Das geschlossene MRT ist der klassische Standard und in den meisten Kliniken und radiologischen Praxen zu finden. Der Patient liegt dabei auf einer Liege, die in eine röhrenförmige Öffnung (den sogenannten Tunnel oder „Bore“) gefahren wird.
Vorteile
- Höchste Feldstärke (meist 1,5 oder 3 Tesla) und dadurch exzellente Bildqualität
- Kürzere Untersuchungszeiten durch starke Magnetfelder
- Geeignet für nahezu alle Fragestellungen, auch für feine Strukturen
Nachteile
- Die enge Röhre kann bei Menschen mit Platzangst (Klaustrophobie) Beschwerden auslösen
- Für sehr kräftige Patienten teils eingeschränkt nutzbar
- Höhere Lautstärke während der Untersuchung
Geeignet für: Fälle, in denen maximale Bildqualität gefragt ist — etwa bei neurologischen Fragestellungen, Tumordiagnostik oder detaillierten Gelenkuntersuchungen.
Offenes MRT
Beim offenen MRT ist der Untersuchungsbereich nicht als geschlossene Röhre gebaut, sondern zu den Seiten hin weit offen — das Magnetfeld wird über zwei Platten oberhalb und unterhalb der Liege erzeugt. Das nimmt vielen Menschen das beengende Gefühl. Der Preis dafür ist meist eine geringere Feldstärke.
Vorteile
- Weite, offene Bauform — deutlich angenehmer bei Platzangst
- Auch für sehr kräftige Personen gut nutzbar
- Angehörige können oft näher dabei sein — hilfreich für Kinder
Nachteile
- Meist geringere Feldstärke — dadurch teils weniger Detail
- Für sehr feine Fragestellungen manchmal nicht ausreichend
- Seltener verfügbar, oft längere Wartezeiten
Geeignet für: Menschen mit ausgeprägter Platzangst, sehr kräftige Personen und Kinder — überall dort, wo Komfort wichtiger ist als die maximale Detailauflösung.
Weittunnel-MRT(Wide-Bore)
Das Weittunnel-MRT ist im Prinzip ein geschlossenes Gerät, dessen Öffnung jedoch spürbar weiter und kürzer ausfällt (typisch rund 70 cm Durchmesser statt 60 cm). So verbindet es die hohe Feldstärke eines geschlossenen Geräts mit mehr Platz — ein guter Mittelweg für viele Patientinnen und Patienten.
Vorteile
- Hohe Feldstärke und Bildqualität wie beim geschlossenen MRT
- Mehr Platz und kürzere Röhre — angenehmer bei leichter Platzangst
- Auch für kräftigere Personen gut geeignet
Nachteile
- Weiterhin eine geschlossene Röhre — bei starker Klaustrophobie nicht ideal
- Nicht in jeder Praxis vorhanden
- Weiterhin vergleichsweise laute Untersuchung
Geeignet für: alle, die volle Bildqualität brauchen, aber etwas mehr Platz schätzen — bei leichter Platzangst oder kräftigerer Statur oft die beste Wahl.
Upright-MRT(aufrechtes / Stand-MRT)
Beim Upright-MRT — auch aufrechtes oder Stand-MRT genannt — findet die Untersuchung nicht im Liegen, sondern im Sitzen oder Stehen statt. So lassen sich Wirbelsäule und Gelenke unter dem natürlichen Gewicht des Körpers beurteilen — also genau in der Haltung, in der viele Beschwerden überhaupt erst auftreten.
Vorteile
- Untersuchung unter natürlicher Belastung — ideal bei haltungsabhängigen Beschwerden
- Sehr offene Bauform, angenehm bei Platzangst
- Verschiedene Positionen möglich — Sitzen, Stehen oder Beugen
Nachteile
- Meist geringere Feldstärke — dadurch weniger Detail
- Nur an wenigen spezialisierten Zentren verfügbar
- Längere Messzeiten; häufig eine private Zusatzleistung
Geeignet für: haltungs- und belastungsabhängige Beschwerden an Wirbelsäule und Gelenken — etwa wenn Schmerzen vor allem im Stehen oder Sitzen auftreten und im Liegen nachlassen.
Extremitäten-MRT(dediziertes Klein-MRT)
Das Extremitäten-MRT ist ein kompaktes Spezialgerät, das ausschließlich für die Bildgebung von Armen, Beinen, Händen oder Füßen gebaut ist. Der Patient sitzt bequem daneben und führt nur die zu untersuchende Extremität in die kleine Öffnung ein — der übrige Körper bleibt vollständig frei.
Vorteile
- Kein Ganzkörper-Tunnel — dadurch praktisch keine Klaustrophobie
- Sehr angenehm und platzsparend
- Fokussierte, hochwertige Bildgebung der Extremität
Nachteile
- Nur für Arme und Beine — nicht für Rumpf, Kopf oder Wirbelsäule
- Eng begrenztes Einsatzgebiet
- Nur an wenigen orthopädisch spezialisierten Praxen vorhanden
Geeignet für: orthopädische Fragestellungen an Gelenken und Gliedmaßen — etwa an Händen, Füßen, Knien oder Ellenbogen. Für Kopf, Wirbelsäule oder Rumpf ist es nicht geeignet.
Intraoperatives MRT(iMRT)
Das intraoperative MRT (iMRT) ist fest in einen Operationssaal integriert und liefert Aufnahmen noch während der laufenden Operation. Vor allem in der Neurochirurgie kann das Team so direkt kontrollieren, ob etwa ein Tumor vollständig entfernt wurde — ohne den Eingriff dafür zu unterbrechen.
Vorteile
- Kontrolle des Operationsergebnisses direkt während des Eingriffs
- Hohe Feldstärke und Bildqualität (meist 1,5 oder 3 Tesla)
- Kann eine erneute Operation vermeiden, z. B. bei Resttumor
Nachteile
- Nur an wenigen hoch spezialisierten Kliniken vorhanden
- Sehr aufwendige und teure Infrastruktur
- Ausschließlich für Operationen, nicht für die Routine-Diagnostik
Geeignet für: komplexe Eingriffe an Gehirn und Wirbelsäule, bei denen es auf millimetergenaue Kontrolle noch im OP ankommt. Für Patientinnen und Patienten keine wählbare Termin-Option, sondern Teil des Klinik-Konzepts.
Feldstärke: 1,5 & 3 Tesla
Neben der Bauform unterscheidet man MRT-Geräte nach ihrer Feldstärke in Tesla (T). Sie beschreibt, wie stark das Magnetfeld ist. Für die allermeisten Untersuchungen genügt ein 1,5-Tesla-Gerät. 3 Tesla liefert eine höhere Detailauflösung, vor allem bei feinen Neuro- und Gelenkbefunden. Niederfeld-Geräte (oft in offenen MRTs) arbeiten mit deutlich geringerer Feldstärke, reichen für viele Standardfragen aber aus. Ultrahochfeld-Geräte mit 7 Tesla und mehr kommen bislang vor allem in der Forschung zum Einsatz.
| Feldstärke | Bildqualität | Verfügbarkeit | Typisch bei |
|---|---|---|---|
| Niederfeld (< 1 T) | Solide für Standardbefunde, weniger Detail | Vor allem in offenen Geräten | Platzangst, kräftige Statur, Kinder |
| 1,5 Tesla | Sehr gut — deckt die meisten Fragestellungen ab | Breit verfügbar, oft kürzere Wartezeit | Standard in Klinik & Praxis |
| 3 Tesla | Höchste Detailauflösung, oft kürzere Messzeit | Seltener als 1,5 Tesla | Feine Neuro- & Gelenkbefunde |
Die MRT-Typen auf einen Blick
Bauform gegen Bildqualität und Komfort - welcher Gerätetyp wofür spricht.
| Typ | Feldstärke | Bildqualität | Komfort / Platz | Ideal bei |
|---|---|---|---|---|
| Geschlossenes MRT | 1,5–3 Tesla | Exzellent | Enge Röhre | Maximale Detailgenauigkeit |
| Weittunnel-MRT | 1,5–3 Tesla | Exzellent | Mehr Platz, kurze Röhre | Leichte Platzangst, kräftige Statur |
| Offenes MRT | meist 0,3–1,0 Tesla | Gut, weniger Detail | Seitlich offen | Starke Platzangst, Kinder |
| Upright-MRT | meist 0,25–0,6 Tesla | Gut, weniger Detail | Sitzen/Stehen, sehr offen | Belastungsabhängige Beschwerden |
| Extremitäten-MRT | gerätabhängig | Sehr gut für Gelenke | Nur Gliedmaße im Gerät | Hand, Fuß, Knie, Ellenbogen |
| Intraoperatives MRT (iMRT) | 1,5–3 Tesla | Exzellent | Fest im OP integriert | Kontrolle während der Operation |
Häufig gestellte Fragen
Kurze Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die MRT-Typen.
Welches MRT ist bei Klaustrophobie am besten geeignet?
Ist ein offenes MRT genauso gut wie ein geschlossenes?
Was bedeutet die Feldstärke in Tesla?
Wann kann man ein Upright-MRT verwenden?
Welche MRT-Hersteller gibt es?
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