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Verständlich erklärt

MRT-Überweisung: wer sie ausstellt und wie lange sie gilt

Ohne Überweisung kein MRT auf Kassenkosten — so weit die Regel. Weniger bekannt ist, dass der Schein nicht zum Quartalsende verfällt. Dieser Ratgeber erklärt, wer eine Überweisung ausstellt, was daraufstehen muss, wie lange sie wirklich gilt und was Sie tun können, wenn Sie keine bekommen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ja, für ein MRT auf Kassenkosten brauchen Sie eine Überweisung. Die Radiologie gehört zu den Fachgebieten mit Überweisungsvorbehalt — gesetzlich Versicherte können sie nur auf Überweisung in Anspruch nehmen.
  • Der Schein verfällt nicht zum Quartalsende. Überweisungen sind quartalsübergreifend gültig: Liegt Ihr Termin im Quartal nach der Ausstellung, brauchen Sie keinen neuen Schein. Erst ab dem übernächsten Quartal wird einer fällig.
  • Ausstellen darf jede Haus- oder Facharztpraxis, die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnimmt. Heilpraktiker, Physiotherapeuten und Chiropraktiker können keine Überweisung ausstellen.
  • Ohne Überweisung geht es nur als Selbstzahler — dann tragen Sie die Kosten von meist 280 bis 600 Euro selbst. Wer nur wegen der Wartezeit selbst zahlen will, findet über die Terminsuche oft einen früheren Kassentermin.

Brauche ich für ein MRT eine Überweisung?

Für gesetzlich Versicherte lautet die Antwort: ja. Die Radiologie gehört zu einer kleinen Gruppe von Fachgebieten mit sogenanntem Überweisungsvorbehalt. Diese Praxen dürfen Kassenpatientinnen und -patienten nur behandeln, wenn eine Überweisung vorliegt — anders als etwa eine orthopädische Praxis, die Sie auch ohne Schein aufsuchen können.

Neben der Radiologie gilt das laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung auch für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie, Nuklearmedizin, Pathologie, Strahlentherapie und Transfusionsmedizin. Der Hintergrund ist fachlicher Natur: Diese Fächer werden nicht selbst behandelnd tätig, sondern beantworten die Frage einer anderen Praxis. Ohne diese Frage fehlt der Untersuchung die Richtung.

Das ist keine reine Formsache: Ohne Überweisung kann die Radiologie nicht über Ihre Krankenkasse abrechnen. Die Praxis wird Sie dann entweder wieder wegschicken oder Ihnen die Untersuchung als Selbstzahlerleistung anbieten.

Ihre SituationÜberweisung nötig?Wichtig zu wissen
Gesetzlich versichertJaDie Radiologie unterliegt dem Überweisungsvorbehalt. Ohne Schein keine Abrechnung über die Kasse.
Privat versichertFormal neinDer Überweisungsvorbehalt gilt nur im Kassensystem. Erstattet wird aber nur, was medizinisch notwendig ist — ohne ärztliche Veranlassung riskieren Sie die Ablehnung.
Selbstzahler / IGeLNeinSie zahlen die Untersuchung vollständig selbst. Eine ärztliche Fragestellung ist trotzdem sinnvoll — sonst weiß die Radiologie nicht, wonach sie suchen soll.
Notfall / NotaufnahmeNeinBei akuten Beschwerden klärt das Krankenhaus sofort ab. Eine Überweisung ist dafür nicht nötig.
Eine Ausnahme vom Überweisungsvorbehalt gibt es beim Mammographie-Screening: Wer am Früherkennungsprogramm teilnimmt, braucht dafür keine Überweisung. Für eine MRT-Untersuchung gilt diese Ausnahme nicht.

Wer darf die Überweisung ausstellen?

Ausstellen darf sie jede Praxis, die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnimmt — die Hausarztpraxis genauso wie eine Fachärztin oder ein Facharzt. Sie müssen also nicht erst zum Hausarzt, wenn Sie ohnehin schon in orthopädischer oder neurologischer Behandlung sind.

Trotzdem lohnt sich der Weg über die Fachpraxis oft: Wer das Fachgebiet kennt, formuliert die Fragestellung präziser — und davon hängt ab, welche Aufnahmen die Radiologie überhaupt anfertigt. Der Hausarztpraxis kommt dabei laut § 73 SGB V ausdrücklich eine koordinierende Rolle zu, einschließlich der Vermittlung dringend nötiger Facharzttermine.

Darf überweisen

  • Hausärztin und Hausarzt
  • Fachärztin und Facharzt (z. B. Orthopädie, Neurologie)
  • Praxen in Medizinischen Versorgungszentren (MVZ)
  • Ärztinnen und Ärzte im Notdienst

Darf nicht überweisen

  • Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker
  • Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten
  • Osteopathinnen und Osteopathen
  • Chiropraktikerinnen und Chiropraktiker

Was auf der Überweisung stehen muss

Der Überweisungsschein heißt im Formularwesen Muster 6. Für Sie zählt vor allem, dass er nicht zu knapp ausgefüllt ist. Ein Schein, auf dem nur „MRT" steht, führt zu Rückfragen — oder zu einer Untersuchung, die Ihre eigentliche Frage nicht beantwortet.

  • Diagnose oder Verdachtsdiagnose — sie begründet, warum die Untersuchung nötig ist.
  • Konkrete Fragestellung z. B. „Bandscheibenvorfall L4/L5?" — davon hängt ab, welche Aufnahmen gefahren werden.
  • Körperregion Knie, LWS, Kopf: Ein MRT bildet immer nur eine Region ab.
  • Art der Überweisung für ein MRT üblicherweise Auftragsleistung oder Konsiliaruntersuchung.
  • Relevante Vorbefunde frühere Aufnahmen und Operationen helfen beim Vergleich.
  • Dringlichkeitscode nur auf Nachfrage — er öffnet den Weg über die Terminservicestelle 116117.
Fragen Sie nach dem Dringlichkeitscode. Eilt die Untersuchung, kann die Praxis einen Dringlichkeitscode auf den Schein setzen. Damit vermittelt die Terminservicestelle 116117 in der Regel binnen vier Wochen einen Termin. Sie bekommen ihn nicht automatisch — mehr dazu in unseren 12 Tipps für einen schnelleren Termin.

Wie lange ist die Überweisung gültig?

Hier hält sich hartnäckig ein Irrtum: Viele glauben — und manche Praxis sagt es sogar —, eine Überweisung gelte nur für das Quartal, in dem sie ausgestellt wurde. Das ist falsch. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung stellt in einer eigenen Praxisinformation klar: „Überweisungen sind quartalsübergreifend gültig."

Konkret heißt das zweierlei:

Erstens, wenn die Untersuchung noch nicht stattgefunden hat: Ihr Termin darf im Ausstellungsquartal oder im direkt folgenden Quartal liegen, ohne dass Sie einen neuen Schein brauchen. Erst wenn er noch später fällt, also im übernächsten Quartal, wird eine neue Überweisung nötig.

Zweitens, wenn die Behandlung bereits begonnen hat: Dann gilt der Schein für die gesamte Behandlungsdauer, soweit der Behandlungsauftrag sie abdeckt — auch über mehrere Quartale hinweg.

Ihr FallNeue Überweisung?
Überweisung im Februar, MRT-Termin im März (gleiches Quartal)Kein neuer Schein nötig
Überweisung im Februar, MRT-Termin im Mai (Folgequartal)Kein neuer Schein nötig
Überweisung im Februar, MRT-Termin erst im Juli (übernächstes Quartal)Neuer Schein nötig
MRT im März gelaufen, Kontrolluntersuchung im AugustKein neuer Schein nötig, solange vom Auftrag gedeckt
Für MRT-Termine ist das besonders relevant. Weil auf ein MRT häufig mehrere Monate Wartezeit kommen, rutscht der Termin schnell in ein späteres Quartal. Prüfen Sie beim Buchen, ob Ihr Termin noch im Folgequartal liegt — wenn nicht, holen Sie rechtzeitig einen neuen Schein, statt am Untersuchungstag wieder wegzufahren.

MRT ohne Überweisung — geht das?

Ja, aber auf eigene Rechnung. Ohne Überweisung wird die Untersuchung zur Selbstzahlerleistung: Sie tragen die Kosten vollständig selbst, für eine Körperregion ohne Kontrastmittel meist 280 bis 600 Euro nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), bei aufwendigeren Untersuchungen über 1.000 Euro. Details dazu stehen in unserem Ratgeber zu MRT-Kosten und Kostenübernahme.

Privatversicherte unterliegen dem Überweisungsvorbehalt nicht — er ist eine Regel des Kassensystems. Erstattet wird aber nur, was medizinisch notwendig ist. Ohne ärztliche Veranlassung riskieren Sie deshalb, auf der Rechnung sitzen zu bleiben. Klären Sie im Zweifel vorab mit Ihrer Versicherung, welchen Nachweis sie erwartet.

Und ein fachlicher Punkt, der in der Kostenfrage gern untergeht: Ohne ärztliche Fragestellung weiß die Radiologie nicht, wonach sie suchen soll. Welche Sequenzen gefahren werden, ob Kontrastmittel nötig ist, wie eng geschnitten wird — all das hängt an der Verdachtsdiagnose. Ein MRT „einfach mal so" liefert oft Zufallsbefunde ohne Krankheitswert, die vor allem weitere Untersuchungen nach sich ziehen.

Erst suchen, dann selbst zahlen. Viele buchen einen Selbstzahler-Termin nur, um der Wartezeit zu entgehen. Das ist oft unnötig: mrt-radar.de durchsucht kostenlos die Kalender vieler Praxen gleichzeitig — und findet häufig einen deutlich früheren Termin, den die Kasse ganz regulär per Überweisung übernimmt.

Wenn die Praxis keine Überweisung ausstellen will

Das kommt vor — und ist nicht automatisch Willkür. Eine Bildgebung braucht eine medizinische Indikation, und es gibt Situationen, in denen ein frühes MRT fachlich nicht empfohlen wird. Das bekannteste Beispiel sind unspezifische Rückenschmerzen ohne Warnzeichen: Die Nationale VersorgungsLeitlinie Kreuzschmerz rät hier ausdrücklich von einer routinemäßigen Bildgebung ab, weil sie überwiegend altersübliche Veränderungen zeigt, die mit den Beschwerden nichts zu tun haben — und damit zu Verunsicherung und unnötigen Eingriffen führt.

Wenn Sie in dieser Lage sind, hilft dieses Vorgehen:

Fragen Sie nach der Begründung. Oft löst sich die Sache im Gespräch: Entweder die Praxis erklärt Ihnen nachvollziehbar, warum abgewartet wird — oder es kommen Aspekte zur Sprache, die vorher nicht erwähnt wurden und die Einschätzung ändern.

Benennen Sie Warnzeichen deutlich. Kraftverlust, Taubheitsgefühle, Blasen- oder Darmstörungen, Fieber, ungewollter Gewichtsverlust oder eine Krebserkrankung in der Vorgeschichte ändern die Bewertung erheblich. Bei solchen Symptomen gehört die Abklärung nicht auf eine Warteliste — dann ist der Weg in die Notaufnahme richtig.

Holen Sie eine zweite Meinung ein. Eine andere Haus- oder Fachpraxis darf die Situation unabhängig bewerten und die Überweisung ausstellen.

Oder zahlen Sie selbst — als bewusste Entscheidung, nicht aus Ungeduld, und im Wissen um die Kosten und die Zufallsbefunde.


Quellen & weiterführende Links

Die Angaben zu Überweisungsvorbehalt und Gültigkeit stammen von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und aus dem Bundesmantelvertrag — hier können Sie die Details nachlesen.


Häufige Fragen zur MRT-Überweisung

Kurze Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um den Überweisungsschein.

Brauche ich für ein MRT eine Überweisung?

Als gesetzlich Versicherte oder Versicherter: ja. Die Radiologie gehört zu den Fachgebieten mit Überweisungsvorbehalt — sie darf nur auf Überweisung in Anspruch genommen werden. Ohne Schein kann die Praxis die Untersuchung nicht über Ihre Krankenkasse abrechnen. Privatversicherte und Selbstzahler können ein MRT auch ohne Überweisung vereinbaren.

Wie lange ist eine Überweisung für ein MRT gültig?

Länger, als die meisten denken: Überweisungen sind quartalsübergreifend gültig. Fällt Ihr MRT-Termin in das Quartal nach der Ausstellung, brauchen Sie keinen neuen Schein. Erst wenn die Untersuchung noch später stattfindet — also im übernächsten Quartal —, ist eine neue Überweisung nötig. Hat die Behandlung einmal begonnen, gilt der Schein für die gesamte Behandlungsdauer, soweit der Behandlungsauftrag sie abdeckt.

Verfällt meine Überweisung zum Quartalsende?

Nein. Das ist ein weit verbreiteter Irrtum — die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat dazu sogar eine eigene Praxisinformation veröffentlicht, weil Praxen immer wieder „eine Überweisung für das aktuelle Quartal" verlangen. Wird Ihnen das gesagt, obwohl Ihr Termin im direkt folgenden Quartal liegt, dürfen Sie freundlich auf die quartalsübergreifende Gültigkeit hinweisen.

Wer darf eine Überweisung zum MRT ausstellen?

Jede Ärztin und jeder Arzt, die oder der an der vertragsärztlichen Versorgung teilnimmt — also Hausarztpraxen ebenso wie Fachärztinnen und Fachärzte, etwa aus Orthopädie, Neurologie oder Innerer Medizin. Nicht ausstellen können Heilpraktiker, Physiotherapeuten, Osteopathen und Chiropraktiker.

Was muss auf der Überweisung stehen?

Wichtig sind die Verdachtsdiagnose, eine konkrete Fragestellung und die zu untersuchende Körperregion. Die Radiologie wählt danach aus, welche Aufnahmen sie anfertigt. Eine Überweisung mit der bloßen Angabe „MRT" führt oft zu Rückfragen und im schlimmsten Fall zu einer Untersuchung, die Ihre eigentliche Frage nicht beantwortet.

Kann ich mir die radiologische Praxis frei aussuchen?

Ja. Eine Überweisung bindet Sie nicht an eine bestimmte Praxis — Sie können jede radiologische Praxis mit Kassenzulassung aufsuchen, auch in einer anderen Stadt. Genau das ist der wirksamste Hebel gegen lange Wartezeiten: Über mrt-radar.de durchsuchen Sie alle Praxen im Umkreis in einem Durchgang, statt jede einzeln anzurufen.

Was kostet ein MRT ohne Überweisung?

Als Selbstzahler tragen Sie die Kosten vollständig: für eine Körperregion ohne Kontrastmittel meist 280 bis 600 Euro nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), bei aufwendigeren Untersuchungen über 1.000 Euro. Lassen Sie sich vorab einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben — und prüfen Sie vorher, ob es nicht doch einen früheren Kassentermin gibt.

Meine Ärztin will mir keine Überweisung ausstellen — was nun?

Fragen Sie zuerst nach dem Grund. Nicht jedes MRT ist medizinisch sinnvoll: Bei unspezifischen Rückenschmerzen ohne Warnzeichen etwa raten die Nationalen VersorgungsLeitlinien ausdrücklich von einer frühen Bildgebung ab, weil sie häufig harmlose Zufallsbefunde zutage fördert und zu unnötigen Eingriffen führt. Überzeugt Sie die Begründung nicht, können Sie eine zweite ärztliche Meinung einholen oder die Untersuchung als Selbstzahler vereinbaren.

Was ist ein Dringlichkeitscode und wie bekomme ich ihn?

Der Dringlichkeitscode ist ein Vermerk, den die überweisende Praxis auf den Überweisungsschein setzen kann. Damit vermittelt Ihnen die Terminservicestelle unter 116117 in der Regel innerhalb von vier Wochen einen Termin. Sie bekommen ihn nicht automatisch — fragen Sie ausdrücklich danach, wenn die Untersuchung eilt.

Ich habe die Überweisung verloren — was tun?

Melden Sie sich in der ausstellenden Praxis. Ein Ersatzschein ist in der Regel unkompliziert, oft ohne erneuten Termin. Rufen Sie am besten an, bevor Sie zum MRT-Termin fahren: Ohne Überweisung kann die Radiologie die Untersuchung nicht auf Kassenkosten durchführen.
Im Zweifel nachfragen. Diese Seite erklärt die allgemeinen Regeln und ersetzt kein ärztliches Gespräch. Ob eine MRT-Untersuchung in Ihrem Fall sinnvoll und dringend ist, klären Sie mit Ihrer behandelnden Praxis — bei akuten Beschwerden gehen Sie bitte umgehend zum Arzt oder in die Notaufnahme.

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